Vertreterversammlung 2016

Hans-Jörg Schaefer

Leverkusen. Hans-Jörg Schaefer, Vorstand der Volksbank Rhein-Wupper, versteht die Welt nicht mehr. „Auf der einen Seite“, wundert sich der Bankleiter, „lobt Brüssel die deutschen Genossenschaftsbanken für ihr Geschäftsmodell und die Nähe zu den lokalen Interessen und den sozialen Akteuren. Und auf der anderen Seite machen EU und EZB gerade den erfolgreichen und fleißig Steuer zahlenden Kreditgenossenschaften das Leben schwer und überziehen sie mit immer neuen Gesetzesvorschriften.“

Der überzeugte Genossenschaftsbanker auf der Vertreterversammlung der Volksbank: „Beim Thema ‚Regulatorik‘ stimmt die Verhältnismäßigkeit der Mittel schon lange nicht mehr. Mit anderen Worten: Lokale und regionale Institute wie Volksbanken und Sparkassen, die sich in der Krise als Stabilisatoren bewährt haben, werden heute über Gebühr belastet. Das ist nicht in Ordnung, wir brauchen dringend eine Regulierungspause“.

Nach der Würdigung der aktuellen Themen folgte der Rückblick auf die Geschäftsentwicklung des vergangenen Jahres. Trotz erheblicher Herausforderungen wie Niedrigzinsen, überbordender Regulatorik und zunehmende Digitalisierung zeigten sich Hans-Jörg Schaefer und sein Vorstandskollege Alexander Litz mit Verlauf und Ergebnis des vergangenen Geschäftsjahres zufrieden.

In der eigenen Bilanz und bei ihren Partnerinstituten aus der genossenschaftlichen Finanzgruppe betreut die Volksbank Rhein-Wupper ein Kundengesamtvolumen in Höhe von 1,33 Milliarden Euro. Mit einem Kreditvolumen von 501 Millionen Euro (bilanziell und außerbilanziell) unterstützt das Institut gewerbliche und private Kunden aus ihrem Geschäftsgebiet. Die Kundeneinlagen in der eigenen Bilanz bezifferte Schaefer auf 502 Millionen Euro.

Den aktuellen Schwierigkeiten zum Trotz war die Ertragslage am Jahresende stabil und bewegte sich auf Vorjahrsniveau. Mit ihren 135 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erzielte die Volksbank für das Jahr 2015 einen Jahresüberschuss von knapp 1,6 Millionen Euro.

Durch einen einstimmigen Beschluss der gut besuchten Vertreterversammlung (Leitung: Aufsichtsratsvorsitzender Heribert Gierlichs) fließen davon neben der Rücklagendotierung  392.680 Euro in Form einer 5,0-prozentigen Dividende als Gewinnbeteiligung zurück an die aktuell 12.230 Mitglieder. Dass deren gewählte Vertreter mit Besatzung und Kurs des „Volksbank-Schiffes“ rundum zufrieden sind, demonstrierten sie auf der Vertreterversammlung mit durchweg einstimmigen Beschlüssen. So wurde ohne Gegenstimme der Jahresabschluss bestätigt und Vorstand und Aufsichtsrat die Entlastung ausgesprochen.

Einig zeigte sich das “Bankparlament“ auch bei den turnusmäßigen Wahlen zum Aufsichtsrat: Jeweils ohne eine Gegenstimme wurden Heribert Gierlichs und Dr. Norbert Krey für weitere drei Jahre im Amt bestätigt.