Volksbank Rhein-Wupper eG toppt den Branchenprimus

Leverkusen. Die Branche ist dieselbe, doch die Ergebnisse könnten unterschiedlicher nicht sein: Während die größte deutsche Bank für das Geschäftsjahr 2015 einen Rekordverlust in Milliardenhöhe einräumen musste, hat sich die Volksbank Rhein-Wupper auf dem regionalen Bankenmarkt  sehr gut behauptet und mit ihren insgesamt 130 Mitarbeitern (darunter zwölf Auszubildende) ein zufrieden stellendes Ergebnis erwirtschaftet.  Auch wenn das anhaltend niedrige Zinsniveau und die weiter gestiegene Regulatorik den Vorstandsmitgliedern Alexander Litz und Hans-Jörg Schaefer zuweilen ein wenig die Freude am Bankgeschäft genommen haben: Unter dem Strich reichen die erzielten Überschüsse  gut aus, die Risiken im Kredit- und Wertpapiergeschäft abzuschirmen, das Eigenkapital weiter zu stärken und die 12.230 Mitglieder (unter ihnen 426 neue Teilhaber) mit einer attraktiven Dividendenzahlung am Geschäftserfolg zu beteiligen.

Nachfolgend die wichtigsten Bilanzpositionen und Entwicklungsdaten der Volksbank Rhein-Wupper im Überblick. Ihre Bilanzsumme steigerte die Bank mit neun  Geschäftsstellen und einem Immobilienzentrum in  Leverkusen und den Nachbarkommunen Langenfeld und Leichlingen auf 596 Millionen Euro. Unter Einschluss der vermittelten Kredite und der Vermögenswerte auf Wertpapier- und Anlagekonten bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall und der R+V-Versicherung verwalten die Leverkusener für ihre Mitglieder und Kunden Gelder im Umfang von 1,32 Milliarden Euro. Vorstandsmitglied Alexander Litz sprach hier von einem „soliden Wachstum und erfreulichen Entwicklungen“.

Was bilanztechnisch auffällt, ist das etwa gleich starke Wachstum bei Kundeneinlagen und –ausleihungen. Während sich die Bestände auf Giro-, Festgeld- und Sparkonten (= Einlagen) um 4,7 Prozent auf 502 Millionen Euro erhöhten und damit erstmalig die Halbmilliardenmarke überschritten, erhöhten sich die Kredite in den eigenen Büchern um 5,3 Prozent auf 380,6 Millionen Euro. „Renner“ der Angebotspalette bei der Geldanlage waren im Jahr 2015 die Investmentfonds. Hier erhöhten sich die Bestände zum Stichtag 31. Dezember um 16,1 Prozent auf 143 Millionen Euro. Summa summarum verwalten die Leverkusener für ihre Mitglieder und Kunden jetzt innerhalb und außerhalb der Bilanz ein Vermögen von 817,4 Millionen Euro.

Die Entwicklung auf der Aktivseite der Bilanz war bestimmt vom niedrigen Zinsniveau bei den Ausleihungen. Zahlreiche gewerbliche und private Investoren nahmen die historisch niedrigen Kreditzinsen zum Anlass, sich ihre lang gehegten Finanzierungswünsche zu erfüllen. Konsequenz für die Entwicklung der Volksbank Rhein-Wupper: 1.533 neue Kreditzusagen mit einem Gesamtvolumen von 92,7 Millionen Euro. Vorstandsmitglied Hans-Jörg Schaefer: „Das ist der höchste Wert in der bald 90-jährigen Geschichte unserer Bank.“

Erfreulich entwickelte sich nach Aussage beider Vorstände die Vermögenslage der heimischen Kreditgenossenschaft. Zum Stichtag verfügte das Institut über ein Eigenkapital in Höhe von knapp 55 Millionen Euro, was einer Gesamtkapitalquote von 18 Prozent (Vorjahr: 17,7 Prozent) entspricht. Die Volksbank Rhein-Wupper ist damit schon heute in der Lage, die neuen ab 2018 geltende Eigenkapitalvorschriften des Gesetzgebers zu erfüllen.

Stichwort „Gesetzgeber“: Kritisch setzten sich die beiden Vorstandsmitglieder mit der Europäischen Zentralbank auseinander. Hans-Jörg Schaefer: „Mit ihrer Niedrigzinspolitik enteignet die EZB die Sparer und fördert gleichzeitig die Bildung von Blasen, etwa auf dem Immobilienmarkt.“ Und zur Idee einer europäischen Einlagensicherung fügt Alexander Litz hinzu: „Die vorgesehene Vergemeinschaftung untergräbt das Vertrauen der Sparer. Sie ist weder ein Institutsschutz, wie wir ihn heute von den Genossenschaftsbanken her kennen, noch ist sie Ersatz für eine politische Union der europäischen Staaten.“

Bei allen Schwierigkeiten und Schwankungen auf den Finanzmärkten – eine Konstante bleibt in dieser unruhigen Zeit: Das Bekenntnis der Volksbank Rhein-Wupper zu ihren genossenschaftlichen Wurzeln und zu ihrem genossenschaftlichen Förderauftrag. Rund 100.000 Euro hat das Institut im vergangenen Jahr an Spenden und Sponsoringbeiträgen zur Verfügung gestellt. Hans-Jörg Schaefer: „Kultur und Sport, Schulen und Vereine in unserer Region können sicher sein, dass wir unser Engagement für das Allgemeinwohl auch im laufenden Jahr  fortsetzen werden.“